Filmstills: Fotografien zwischen Werbung, Kunst und Kino.
Seit 4. November 2016 und noch bis zum 26. Februar 2017 widmet sich die Albertina dem Thema „Filmstills“.
„Die Aufgaben der Filmstills sind klar definiert: Als Werbe- bzw. Pressematerialien für Medien und Schaukästen der Kinos gedacht, werden diese Fotos von einem Fotografen am Set angefertigt, wobei der Schwerpunkt oft nicht auf der authentischen fotografischen Wiedergabe einer filmischen Realität liegt, sondern in deren medialer Rezeption, die an einem visuell »interessanten« Bild interessiert ist, gesucht werden muss.“ (Walter Moser)
Filmstill: mehr als ein eingefrorener Filmkader
Gezeigt werden in der Ausstellung 130 Filmstills, die zwischen 1902 und 1975 entstanden sind. Der größte Teil stammt dabei aus der Sammlung des Filmmuseums Wien.
Drei Aspekte werden dabei besonders beleuchtet:
- die Funktion von Filmstills
- die Schnittstelle zwischen Fotografie und Film
- der künstlerische Mehrwert.

Georg John in M – Eine Stadt sucht einen Mörder, 1931
Österreichisches Filmmuseum © Horst von Harbou – Deutsche Kinemathek
Die Aufgaben von Filmstills sind eindeutig festgelegt.
Als Werbe- bzw. Pressematerialien dienen sie der Bewerbung von Kinofilmen. Portraitfotos, Szenen- und Produktionsfotos, oder Fotos vom Blick hinter die Kulissen werden angegertigt um einen Film zu vermarkten. Filmstills entstehen entweder während der Produktion am Set oder sie werden unabhängig davon angefertigt, wie das etwa bei Portraitaufnahmen oder Szenenfotos der Fall ist.
So zeigen Filmstills nicht unbedingt dasselbe wie der Film selbst, sondern sind meist aufwendig nachgestellte und eigens inszenierte Szenen.
Der Grat zwischen Film und Foto, zwischen Kunst und Vermarktung
Zwischen Film und Foto angesiedelt, weisen Filmstills vielfach auch künstlerische Züge auf. Anfangs war die Handschrift des Fotografen unerwünscht, später änderte sich dies.
Die Komposition spielt wenig überraschend eine entscheidende Rolle. Dies ist besonders wichtig etwa bei jenen Standfotos, die später in Schaukästen der Kinos sowie in Berichten in Zeitungen zu sehen sind und die den unentschlossen Besucher überzeugen sollen, sich den Film im Kino anzusehen.
Fazit: Die Filmstills dürfen endlich aus dem Schatten des Films treten, dem sie dienen. Sie werden zum eigenständigen Kunstwerk. Die Albertina schenkt ihnen den Raum, den sie verdienen.

Horst von Harbou
Brigitte Helm in Metropolis, 1927
Österreichisches Filmmuseum © Horst von Harbou – Deutsche Kinemathek
FILMSTILLS
FOTOGRAFIEN ZWISCHEN WERBUNG, KUNST & KINO
Albertina
Albertinaplatz 1, 1010 Wien
Tel.: +43 1 534 830
web: www.albertina.at
Öffnungszeiten: täglich 10.00 – 18.00 Uhr, Mi 10.00 – 21.00 Uhr
Eintritt: Euro 12,90
Die Ausstellung läuft noch bis zum 26. Februar 2017.
Ermöglicht wurde sie durch eine Kooperation mit dem Österreichischen Filmmuseum, das auch ein begleitendes Filmprogramm anbietet!
Kurator: Dr. Walter Moser
KünsterInnen / FotofragInnen: Deborah Imogen Beer, Horst von Harbou, Pierluigi Praturlon, Karl Struss