Ein echter Geheimtipp für FreundInnen von Fotoinszenierungen
höchster Qualität, LiebhaberInnen von tollen Frauen, Spitzen-Kunst
und großer Kleidung.
Weil sommerlich freiluftig (der Ort, nicht die Frauen!) rund um die Uhr
zu sehen, an andere Enden der Welt führend, mitten in Wien, gratis
und so schön!
Susanne Bisovsky: MITGIFT.
„Gewandkreationen“. Textile Studien. Arrangements mit Frau. Stoffkunst.
Ihre Welt ist die des Verstoßenen, Vergessenen, Weggegebenen, Verlorenen –
Erinnerten, Gefundenen, Reanimierten, Repassierten, Umgedrehten, Collagierten.
Das ist ganz und gar nicht modisch, nicht sich optisch immer schneller verbrauchend.
Dafür eine Sammlung an immerwährendem Wissen und Können: „The Everlasting Collection“.
Die Kunsthalle, die diese Fotos-Serie zeigt, erzählt dazu über das von ihr und Joseph Gerger
in den letzten 15 Jahre angelegte Archiv der vestimentären Gepflogenheiten, das Berichte
aus der Welt des Kleidertragens beinhaltet. Von Kleidung wider die Pest, Backen von Röcken,
gekalkten Hüten, gepiercten Flügelhauben, Arten der Trauer, Blutröcken oder ein Leben lang
nicht gewaschenen Kleidungsstücken.
‚Tracht‘ sagt so wenig wie ‚Blumenmuster‘ – nichts ist da von konservativer Haltung oder
gar lieblich.
Mit Bisovskys Kleidung sind wir in der Zukunft, vorne her vor dem, was wir dachten, mit dem,
was gerade noch ganz unmöglich schien.
Wir tauchen in dichte farbige Schichten, klares Rot, aufmüpfiges Blau, gewebte Geschichten
aus schwarzem Grund, Knoten wie Pixel.
Eine eindrückliche Frau, die auch die Kahlo darstellt. Blüten zieren das Haar, reihen sich als Tapisserie, alles verschmilzt ineinander, wie ein Garten im Rausch.
Gleich ob Lateinamerika oder Balkan oder ein Tischdeckerl aus dem Landgasthof als Halstuch?
Um Bisovskys Sicht auf das, was wir und andere anhaben, kennen zu lernen vereinbart man sich wahrscheinlich am besten einen Termin in ihrem Salon in der Beletage in der SEIDENgasse, übrigens das ‚Literaturhaus‘.
Die Homepage möchte ich zum Nachschlagen empfehlen, wenn einen die Sehnsucht nach wirklicher Kleidung überkommt. Es liegt in der Netz-Natur, dass eine Virusübertragung mit dem speziellen Wiener-Modevirus nicht erwartet werden kann (dazu unten ein paar Live-Tipps).
Wenn mir heute ‘Mode’ wieder über die Lippen geht, dann denke ich dabei viel ‚Bisovsky‘
und das schmeckt saftig, süß, kernig, mit Biss. Dass mir ihr Kollektionen gefallen ist auch
sonst keine Frage, da sie bei zweien meiner (wenigen) Modestars gelernt und gearbeitet hat: Vivienne Westwood und J.Ch.Castelbajac. Auch sonst ist ihre Biografie eine, bei der ich mich
frage, warum den unverwechselbaren Bisovsky-Stil (bitte keinen laschen Dirndl-Aufguß!) nicht jede/r haben will.
Ich sehe viel zu wenige Frauen und Männer die herausfallen wollen, zitieren, (re)kombinieren, human(a)isieren, sich gestallten, neu erfinden und verblüffen.
ZIEHT MEHR AN!
Susanne Bisovsky MITGIFT
project wall im Museumsquartier hinter der Kunsthalle Wien
website: www.kunsthallewien.at
Eh noch bis 6. Jänner 2013, aber gleich hingehen!
„Das Labyrinth“
Salzburger Festspiele
website: www.salzburgerfestspiele.at
Kostüm: Susanne Bisovsky und Elisabeth Binder
Premiere 3. August 2012
Susanne Bisovsky – Haute Couture
„EVERLASTING COLLECTION“
Salzburg – Fashionweek
website: www.salzburg-altstadt.at
30. August 2012
Wien – Summer of Fashion im Museumsquartier
website: www.mqw.at
5. September 2012 um 21.00 Uhr
mir
Bisovsky im Museumsquartier war meine erste Modeschau – und es war wunderbar! Auch wenn ich zu weit hinten stand um die Pudelherren zu knuddeln…