Von 18. März bis 24. April 2016 zeigt das Künstlerhaus Wien die bisher größte Retrospektive von Valentin Oman.
Schon lange bewundere und schätze ich das Schaffen von Valentin Oman. Und so bin ich mehr als beglückt als im Zuge des Pressetermins der Künstler selbst durch seine Ausstellung führt und erzählt.
Wie konnte es sein, dass es bis dato keine große Schau in einem musealem Rahmen von Valentin Omans wunderbarem Werk gab? Anlässlich des achtzigsten Geburtstages des Künstlers wurde nun eine Wanderausstellung initiiert, die als zweite Station Halt in Wien macht.
Valentin Oman. Ein Vielarbeiter.
Gezeigt werden Bilder, Grafiken, Skulpturen und Fotos von Kunst im öffentliche Raum. Der Bogen spannt sich dabei über fünf Jahrzehnte.
Der Piraner Kreuzweg eröffnet die Ausstellung. Entstanden im Zuge der Eindrücke des Krieges am Balkan zeigt die Serie viehrzehn Stationen, die das Leiden der Menschen, das Chaos und Gewalt zeigen.

Valentin Oman im Künstlerhaus“ Ecce Homo“, Foto (c) Andrea Pickl -kekinwien.at
Leitmotiv Mensch
Im Mittelpunkt seines gesamten Schaffens steht oft die Menschliche Figur. Menschliche Existenz, deren Vergänglichkeit und Transzendenz. Bekannt ist die Serie „Ecce Homo“ – hochformatige Bilder auf denen schemenhaft, oft freskoähnlich, menschliche Körper zu erkennen sind.
Faszinierend dabei ist mitunter die Technik. Oman arbeitet auf einer Mauer, trägt dort Farbe und Form auf, anschließend legt er Gaze darüber. Diese wird schließlich wieder abgezogen und es ergibt so das freskenhafte Bild. „Der Zufall spielt dabei eine Rolle, aber er ist der beste Mitarbeiter“, so Valentin Oman.

Valentin Oman, Dolmetscherkabine (c) Foto Andrea Pickl – kekinwien.at
Über 80 Arbeiten für den öffentlichen Raum hat er geschaffen, diese sind teilweise als Fotos in der Ausstellung dokumentiert. Die Dolmetscherkabine wurde für die Ausstellung quasi als Installation nachgebaut. Darauf die zweisprachigen Ortsnamen in Kärnten.
Unterlegt wird alles mit einem Klangteppich in dem Oman alle 900 zweisprachigen Ortsnamen liest. Über besagte Streitfrage sagte Oman einmal: “ Ein Volk, das an seiner Kultur interessiert ist, bräuchte den Artikel 7 gar nicht, es würde einfach seine Kultur aus eigenem Interesse sichtbar machen.“

Valentin Oman im Künstlerhaus, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwien.at
Das Künstlerhaus und der Kurator Michael Karrer haben hier alles richtig gemacht.
Entstanden ist eine großartige Werkschau, die schlicht und einfach endlich mal notwenig war.

Gestaltung der Kirche Tanzenberg, Wandmalerei, 1986/87, Foto (c9 Ernst Prokop

Ausstellungskatalog Valentin Oman, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwien.at
Valentin Oman Retrospektive
Künstlerhaus
Karlsplatz 5,1010 Wien
Tel.: +43 1 587 96 63
email: office@k-haus.at
homepage: www.k-haus.at
Öffungszeiten: täglich außer Mo 10.00 – 18.00 Uhr und Do 10.00 – 21.00 Uhr
Eintrittspreise: regulär € 8,50, ermäßigt € 6,50
Titelbild: Valentin Oman vor seiner Arbeitsmauer, Foto (c) Ferdinand Neumüller