Ich und Earl und das Mädchen. Filmplakat. kekinwien.at

„It was the best of times, the worst of times. It was life.“ (Greg)

Ich und Earl und das Mädchen.
Ein Film von Alfonso Gomez-Rejon.

„Ich“, das ist Greg, ein Film-Nerd mit soziophoben Tendenzen, der alles außer auffallen möchte.
Manchmal etwas unbeholfen, aber durchaus liebenswert versucht er quasi unsichtbar das letzte Jahr der Highschool zu absolvieren. Eines Tages wird Greg von seiner Mutter genötigt, Zeit mit der an Leukämie erkrankten Rachel zu verbringen. Hier kommt „das Mädchen“ ins Spiel.

Was als Zwangsbeglückung beginnt, entwickelt sich schnell zu einer wunderbaren Freundschaft.
Nachdem Rachel zu Hause ans Bett gefesselt ist, bringt Greg ihr zur Unterhaltung selbst gedrehte Kurzfilmhommagen mit. Eine Freundin bringt Greg schließlich auf die Idee, einen Film für Rachel zu machen. Doch das ist einfacher gesagt; als getan.

Bleibt noch die Frage: Wer ist eigentlich „Earl“?
Greg nennt ihn selbst nur seinen Mitarbeiter in Sachen Film. In Wahrheit ist er sein Freund seit Kindheitstagen.

Werner Herzog meets Coming-of-Age

„Ich und Earl und das Mädchen“ ist eine Coming-of-Age-Geschichte, die man als Cineast mögen muss. Nein, nicht nur wegen der vielen Werner Herzog-Sequenzen und Zitate darin. Die Kurzfilme, die Greg und Earl drehen, sind originell und zum Schmunzeln. So wird aus  A Clockwork Orange dann „A Sockwork Orange“ und aus Apokalypse Now etwa „A Box of Tulips Wow!“, eine Geschichte über Soldaten, die eine Box voll Tulpen finden.

Pointiert und komisch, aber nicht melodramatisch!

Auch das Abrücken von herkömmlichen Erzählkonventionen ist erfrischend. So lässt uns Greg etwa des öfteren als Erzählerstimme wissen, dass Rachel nicht sterben wird, und dass das kein romantischer Film ist.

Man muss sie einfach mögen: Greg, Earl und Rachel. Weil sie sind, wie sie sind. Ein wenig schräg, manchmal unbeholfen, aber immer unglaublich sympathisch. Aber auch die übrigen Charaktere sind in ihrer Andersartigkeit wunderbar erfrischend.

Kurzum: schräg, komisch, pointiert; aber nicht melodramatisch.
„Ich und Earl und das Mädchen“ ist lustig und traurig zugleich – eine Kunst, die nicht viele Filme beherrschen.

 


Ich und Earl und das Mädchen (Me and Earl and the Dying Girl)


2015, USA, 105min
Drehbuch: Jesse Andrews
Regie: Alfonso Gomez-Rejon
mit: Thomas Mann, RJ Cyler, Olivia Cooke, …
FSK 6 Jahre

Der Film läuft bereits in unseren Kinos.

 

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