Nicht wegschauen!
Hingehen und ansehen!
Sickfuckpeople – eine Dokumentation von Jury Rechinsky.
Sickfuckpeople ist die erweiterte Langfassung des gleichnamigen Kurzdokumentarfilms aus dem Jahr 2011.
Jury Rechinsky porträtiert dabei das Leben obdachloser Jugendlicher in Odessa.
In drei Teilen (childhood, mother, love) erlebt der Zuschauer Episoden vergessener, verlorener Kinder, die ihrem Schicksal schonungslos ausgeliefert sind.
Es gibt keinen Erzähler, man erfährt auch kaum etwas über das Warum, Fragen werden ausgespart- es wird schlicht und einfach dokumentiert.
Es geht um den täglichen Überlebenskampf, gezeichnet und bestimmt von Drogen, um die verzweifelte Suche nach der Mutter und um die Unmenschlichkeit, die wie eine Lawine über diese Kinder rollt. Der dritte Teil, in dem ein Mädchen zuerst getäuscht und dann von ihrer Umwelt zu Abtreibung gezwungen wird, ist mitunter der härteste.
„Sickfuckpeople presents a narrative of absolute despair, absolute loss of humanity, an absolute lack of any trust in humanity.“ (Arash Azizi für alternate dream)
Dieser Film ist in seiner Intensität und Schonungslosigkeit grenzwertig.
Man ist geneigt aufzustehen und davonzulaufen, tut es dann aber nicht. Fassungslos darüber, wie Kinder in Mitten von Europa leben müssen, starrt man auf die Leinwand.
Dieser Film trifft mitten ins Herz, schmerzt, berührt und genau deshalb muss man ihn gesehen haben.
Dieser Film ist ein Aufschrei nach mehr Menschlichkeit.
Für alle. Ansehen, nicht Wegschauen!
Sickfuckpeople
2013, Österreich, 75min
Regie: Jury Rechinsky
Kamera: Alex Zaproshenko, Serhiy Stetsenko
Schnitt: Jury Rechinsky
Produzenten: Franz Novotny, Alexander Glehr
Sickfuckpeople erhielt bei der diesjährigen Viennale den Preis der Erste Bank.
Der Film startet heute in den österreichischen Kinos und ist nächste Woche in der Steiermark und in Oberösterreich zu sehen. Auf der Seite des Verleihers Thimfilm werden die Vorführdaten laufend aktualisiert.