Getränke, Popcorn, alles da.
Mantel aus, Licht aus, Film ab!
Schon bin ich mitten drin:
im Schneesturm und auf der Flucht.

Nein, nicht ich, sondern die Geschwister Adisson (Eric Bana) und Liza (Olivia Wilde) wollen sich nach einem Casinoüberfall in Sicherheit bringen. Doch ein Autounfall bringt alle Pläne durcheinander und so beschließen die beiden sich getrennt bis nach Kanada durchzuschlagen.

Liza findet schnell eine Mitfahrgelegenheit und trifft auf Jay (Charlie Hunnam), der kurz zuvor aus dem Gefängnis entlassen wurde und seine Eltern an der Grenze zu Kanada besuchen will. Aber eigentlich ist auch er schon wieder auf der Flucht.

Adisson schlägt sich allein durch die verschneite Wildnis. Dabei müssen einige, die sich ihm in den Weg stellen, dran glauben. Und so hat er schnell auch die Polizei im Nacken.
Schließlich landen alle inklusive Polizei bei Chet (Kris Kristofferson) und June (Sissy Spacek), Jay’s Eltern: hier kommt es beim Thanksgiving zum Final Showdown.

Der Kurier schreibt über Cold Blood: Der Film ist eine „Mischung aus Noir Krimi, Western und Psychothriller“.
Müsste ich (pia) Cold Blood mit zwei Wörtern charakterisieren: brutal und ästhetisch, oder brutalästhetisch.
Unweigerlich denkt man dabei an Fargo.

Dieser Film ist nicht nur etwas für Actionliebhaber, sondern auch etwas für’s Auge, und nein, ich spreche hier nicht von Olivia Wilde. Die diversen Einstellungen sind wirklich brutaläesthetisch: Blut und roter Lippenstift machen sich sensationell im tiefverschneiten Nirgendwo!

Darüberhinaus ist Cold Blood exzellent besetzt. Eric Bana in seiner ambivalenten Rolle zwischen liebendem Bruder und brutalem Killer macht seine Sache äußerst glaubwürdig, Olivia Wilde musste beim Dreh im Pailletenkleidchen wohl ziemlich frieren und die wunderbare Sissy Spacek und Kris Kristoffersen geben sich wiedereinmal die Ehre.

Auf den ersten Blick scheint die Flucht im Mittelpunkt der Handlung zu stehen, doch eigentlich geht es um Familienkonflikte, die im Laufe des Films immer mehr zu Tage treten. Und so ist es ein wirklich genialer Schachzug, dass der letzte Akt des Thrillers ausgerechnet zum den Amerikanern so wichtigen Familienfest Thanksgiving an einem festlich gedecktenTisch stattfindet.

Stefan Ruzowitzky ist mit Cold Blood (in Amerika heißt der Film übrigens Deadfall) ein wirklich guter, von der ersten Minute an spannender Film gelungen, der es absolut verdient gesehen zu werden.

Für Ästheten und Menschen, die intelligente Actionthriller mögen.

 

 

Cold Blood. Kein Ausweg, keine Gnade

2012, USA, 95min
Drehbuch: Zach Dean
Regie: Stefan Ruzowitzky
mit Eric Bana, Olivia Wilde, Charlie Hunnam, Sissy Spacek, Kris Kristofferson,…
FSK 16 Jahre

Cold Blood läuft im Moment in vielen Wiener Kinos.

Dein Kommentar

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2 comments

  1. mir

    ist das der 400. Artikel von kek? Keken Gruß!

    • club

      ja, das ist unser 400.artikel. unglaublich.