Herbstdepression, Nebel im Hirn, lähmende Antriebslosigkeit?
Hier hilft zuverlässig eine Runde Lachen zur Aufhellung des Gemüts!
Man kann dafür gefahrlos und ohne Nebenwirkungen auf einen bewährten Klassiker unter den Screwball – Comedies des New Hollywood zurückgreifen.
Solides Handwerk, Slapstick vom Feinsten, großartige Schauspieler, angenehmes Tempo.
„What’s up, Doc?“ (Is‘ was, Doc?).
Eine gute Komödie macht (es) sich leichter, wenn sie mit Verwechslungen spielt. Und wenn die Streisand eine Hauptrolle hat, dann ist da auch noch Musik drin und die ist dann auch noch ziemlich gut.
Der Plot ist rund um vier völlig gleich aussehenden Reisetaschen gestrickt.
Die erste von ihnen gehört dem herrlich zerstreuten Musikwissenschaftler Dr.Howard Bannister (Ryan O’Neal, mit Nerdbrille, die damals gar nicht als chic galt) und enthält eine für ihn äußerst wertvolle Sammlung prähistorischer Steine.
Die zweite Reisetasche ist klassisch vollgepackt mit der persönlichen Habe der ebenso smarten wie eloquenten Studentin Judy Maxwell (Barbara Streisand), die sich sofort bei ihrer ersten Begegnung zu Howard hingezogen fühlt. Rund um Judy und ihr Liebeswerben entwickelt sich allzeit höchst charmantes Chaos.
Eine weitere Reisetasche gehört der Millionärin Mrs. van Hoskins und ist, wie könnte es anders sein, gefüllt mit kostbaren Pretiosen.
Die vierte und letzte Reisetasche nun dient dem Agenten Mr. Smith zur Aufbewahrung gestohlener Geheimdokumente der US-Regierung.
Die Handlungsfäden laufen samt der vier Taschen im Hotel Bristol in San Francisco zusammen, und weil jeder der Protagonisten seine eigene Tasche oder eine fremde sucht, stiehlt oder versteckt kommt es zu atemberaubend komischen Verwicklungen, kreativen Dialogen, schnellen Pointen und letztlich zu einer rasanten Verfolgungsjagd durch San Francisco, die zu den Klassikern der Filmgeschichte gezählt werden darf !
(Assoziationen zur Krimiserie „Die Straßen von San Francisco“ sind unvermeidlich und auch Buster Keaton und Charlie Chaplin kommen einem in den Sinn – es gibt da eine Szene mit einer großen Glasscheibe…)
Natürlich endet die ganze Sache vor Gericht.
Und auch hier eine witzige, unerwartete Wendung, die in einem furiosen Finale gipfelt.
Gut geeignet für Cineasten, da gepflastert mit Zitaten und Persiflagen der Filmgeschichte, hervorragend allein anzuschauen, Paarlauf möglich, aber auch sehr gut passend für den DVD-Abend mit den Mädels oder mit den Jungs – wenn sie die Streisand mögen.
What’s up, Doc? (Is‘ was, Doc?)
Buch: Buck Henry; Drehbuch: David Newman, Robert Benton; Regie: Peter Bogdanovich
USA, 1972, 94 min, FSK 12 Jahre
mit Barbara Streisand, Ryan O’Neal, Madeline Kahn, Philip Roth, Liam Dunn,…
erhältlich auf Video und DVD.
Und wenn ein Mal Screwball nicht genug war:
Bringing Up Baby (Leoparden küsst man nicht)
USA, 1938
Regie: Howard Hawks
mit Katharine Hepburn, Cary Grant,…