The Big LebowskiThe Big Lebowski kann einem das Leben retten.
Meine erste Begegnung mit dem Dude verlief so: schlaflos mit nervösem Finger auf der Fernbedienung, fast schon in Gefahr eines Dekubitus am frühen Morgen oder eines Nervenzusammenbruchs oder beider Zustände gleichzeitig hat er mich gerettet. Das Zappen hörte auf. Die Seele stellte das Flimmern ein. Und nachdem die Coen Brüder und Jeff Bridges alles letztlich auch für mich geregelt hatten, schlief ich selig ein.

Das zweite Mal habe ich ihn mir dann von Anfang bis Ende gegönnt: diesen Lebenskünstler, Taugenichts, reinen Toren Jeff Lebowski (Jeff Bridges), den man im wirklichen Leben vermutlich nicht als Nachbar möchte, aber auf der Leinwand als Antihelden regelrecht liebgewinnt.
Es amüsiert wie er mit einem Millionär gleichen Namens verwechselt und mit Hilfe seiner Bowlingkumpels Walter (als Waffennarr und amerikanischen Zerrbild des Veteranen genial John Goodman) und Donny (Steve Buscemi, was muss ich noch sagen?) noch tiefer in einen Strudel von Schwierigkeiten gezogen wird.
Entführung, abgeschnittene Gliedmaßen, die „Kopfwäsche“ in der Klomuschel, die verpatze Geldübergabe, ein Todesfall: alles da!

Beim dritten Mal hatte ich mir die DVD gekauft, was ich aus Selbstschutz sehr selten tue. Ich habe Details wie die acht White Russians oder die skurrilen Traumsequenzen besonders genossen und mir die ichweißnichtwievielte Diskussion im Freundeskreis angehört, ob diese Film genial oder verzichtbar ist und wie man „Lebowski“ richtig auszusprechen hat.
Ich bemerkte, dass der Soundtrack auch so einiges kann und fand heraus, dass der Ausstatter nicht so viel zu tun hatte wie in anderen Filmen: der Großteil der Garderobe von Jeff Bridges stammt aus seinem eigenen Kleiderschrank.

Wer diesen Film nicht mag, hat ihn nicht verstanden. Er ist Kult. Punkt.
Jedenfalls haben im Erscheinungsjahr des Films 1998 viel mehr Menschen in Cocktailbars White Russian getrunken als sonst. Und das verstehe ich überhaupt nicht.
„2005 wurde eine religiöse Vereinigung gegründet, die den Lebensstil des Dude verherrlicht (Dudeismus). Sie trägt den Namen Church of the Latter-Day Dude.“(Wikipedia)
Das auch nicht.

Für  Alt-Hippies; für Menschen, die wissen wollen wie es ist, wenn man einen Joint raucht; für Menschenfreunde; für Tiefs.

 

 

 

 

The Big Lebowski

1998, USA, 112min
Drehbuch: Ethan und Joel Coen
Regie: Joel Coen
mit Jeff Bridegs, John Goodmann, Steve Buscemi, Julianne Moore, Philip Seymour Hoffman, John Turturro,  David Huddleston,…
FSK 12 Jahre

White Russian

Am besten im Dino’s bei Heinz bestellen.
Zu Hause kann das etwa so funktionieren:
Zutaten:
4 cl Wodka
2 cl Kahlua
3 cl Sahne, kurz geschlagen

Zubereitung:
Wodka, Kahlua und Sahne in einen Tumbler mit etwa drei Eiswürfeln geben und verrühren.
Vor dem Film wurde der Cocktail  im Cocktailglas mit Obers gefloatet und nicht gerührt serviert.
Da soll noch einer sagen, Kino könnte nicht die Welt verändern!

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