Es gibt Nachbarn, vor denen graut es jedem …
Ein Mann namens Ove.
Ove (Rolf Låssgard), 59, Grantler in Perfektion, hat die Reihenaussiedlung, in der er lebt, fest im Griff. Da werden Kontrollrunden gedreht, Falschparker notiert, Anwohner zurechtgewiesen. Dass er sich damit keine Freunde macht, scheint ihm egal, wichtig ist, dass man sich an die Regeln hält.
In Wirklichkeit ist Ove ziemlich einsam. Seine Frau ist vor kurzem gestorben. Als er zu allem Überfluss auch seinen Job verliert, beschließt er seinem Leben ein Ende zu setzen. Doch: Einfacher gesagt als getan!
Und dann taucht plötzlich Parvaneh (wunderbar: Bahar Pars), seine neue persische Nachbarin mit Kind und Kegel in der Siedlung auf und wirft sein Leben völlig aus der Bahn …

Ove (Rolf Låssgard) ist von seinen neuen Nachbarn nicht allzu begeistert.
© Filmladen Filmverleih
„Ein Mann namens Ove“ ist die gleichnamige Verfilmung des schwedischen Bestsellerromans von Fredrik Backman.
„Es ist eine Geschichte über das Leben, eine Reise zwischen Lachen und Tränen, wie das Leben selbst.“ so Hannes Holm, der Regisseur.

Der junge Ove (Filip Berg) bringt Sonja (Ida Engvoll), die Liebe seines Lebens, zum Zug. © Filmladen Filmverleih
Erzählt wird von Ove. Dem verbitterten Pedanten par excellence.
Doch Ove war nicht immer so. Auch davon erzählt der Film in Rückblenden. Von der harten Kindheit, seiner großen Liebe Sonja und von Schicksalsschlägen, die Ove zu dem machten, was er heute ist.
Als Misanthrop mit übertriebener Ordnungsliebe fungiert Ralf Låssgard, den man als Henning Mankells Wallander Verfilmungen und Susanne Biers „Nach der Hochzeit“ kennt.
Die Figuren sind wunderbar gezeichnet, wenn auch manchmal einen Tick zu überspitzt. Parvaneh, die neue persische Nachbarin muss man einfach mögen und so überrascht es wohl wenig, dass zwischen Ove und ihr eine ungewöhnliche Freundschaft entsteht.

Ove (Rolf Lassgård) hat seine Nachbarschaft voll im Griff. © Filmladen Filmverleih
Hannes Holms hat einen herzerwärmenden Film geschaffen, der einen zum Lachen und zum Weinen bringt, dabei aber nicht ins Kitschige abdriftet.
Wer „Besser geht’s nicht“ mochte, ist bei „Ein Mann namens Ove“ genau richtig.
Ein Mann namens Ove
2015, Schweden, 116min
Drehbuch: Hannes Holm
Regie: Hannes Holm
mit Rolf Lassgård, Zozan Akgün, Tobias Almborg, Bahar Pars, …
FSK 12 Jahre
Der Film läuft seit 8.4.2016 in unseren Kinos.
Toni Pickl
Servus Andrea,
ich las das Buch und wir (Eva und ich) sahen den Film. Wirklich berührend. Übrigens, ich bin auch so ein Typ in unserer Siedlung (Schriftführer des Siedlervereines).
Toni