„Kennst du Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh mit Pierre Richard aus 1972?“
„Ja, großartig, ich hab‘ so gelacht damals!“
„Es gibt jetzt etwas Ähnliches im Kino, aus Österreich: Die Mamba mit Michael Niavarani!“
Stimmt, und das ist tatsächlich lustig.
Hossein Sarivi (Michael Niavarani) trägt Mascherl und Pullunder und erträgt seine Frau.
Er ist ungeschickt, naiv und designt Geräusche – von Keksen.
Die Mamba (Michael Niavarani) trägt eine schusssichere Weste und erschießt auch Frauen.
Er ist konsequent, brutal und hat – eine sehr hohe Stimme.
Beide gleichen einander wie eineiige Zwillinge und haben sonst nichts gemein. Außer irgendwann das gleiche Problem:
der erfolglose Geräuschdesigner und der Superstar unter den Auftragskillern werden nämlich andauernd verwechselt …
Action und Komödie fließen ineinander, manchmal merkt man das im Vergleich zu Hollywood kleinere Budget deutlich. Die Handlungsstränge sind gekonnt verknüpft und nach dem ersten Viertel nimmt der Film richtig Fahrt auf.
Es darf gelacht werden – und das wurde es auch bei der Pressevorführung.
Insgesamt geht man aber zu oft auf Nummer sicher.
Das bewährte Team von Salami Aleikum findet sich zum Teil in der Verwechslungskomödie wieder. Auch die Gags, Witzchen, die Situationskomik strotzen vor Zitaten. Ich sage nur: Spiegelbild – das hat schon Otto Waalkes geklaut.
Die meisten Schmähs und Wuchteln funktionieren, aber ein paar arge Rohrkrepierer sind auch dabei.
Timing auf der Bühne und im Film sind eben zwei paar Schuhe.
Der Schnitt von Bettina Mazakarini ist da nicht immer hilfreich.
Trotzdem: man hat seine Lebenszeit schon viel weniger vergnüglich verschwendet als mit diesem Film.
Für alle!
Denn ein österreichischer Film gehört geschaut!
Danach: ins Petit Maroc oder in ein Beisl in der Vorstadt.
Die Mamba
2014, Österreich, 96min
Buch und Regie: Ali Samadi Ahadi
mit Michael Niavarani, Christoph Maria Herbst, Melika Foroutan, Proschat Madani, …
FSK 6 Jahre
Der Film läuft seit gestern in den Wiener Kinos.