die Deckenbeleuchtung im Puff„Wir sehen uns im Jenseits!“
„Ja, aber ich geh‘ vorher noch ins Puff!“
Was wie ein genusslastiger Endzeitdialog kurz vor der Abgabe des Löffels klingt, ist in Wien die Angabe der Stationen einer nächtlichen Vergnügungstour.

Das Jenseits ist Kult und der Spritzer dort ein Garant für Kopfschmerzen am day after – vielleicht zusammen mit der Spontanbekanntschaft von der Tanzfläche.
Das Puff kann Kult werden und für Kopfschmerzen sorgen hier höchstens die Installationen der Interieur Designer des Walking Chair Design Studios, Karl Emilio Pircher und Fidel Peugeot. Aber man muss ja nicht überall hinschauen.

Obwohl, die Lichtkörper an der Decke sind genial und auch die vier Sitznischen eine runde Sache. Die kleinen Environments aus allerlei Küchen- und Cocktailbar Utensilien zwischen den Tischen hätte es einfach nicht gebraucht, denn der klar strukturierte, schwarze Einraum mit den klug platzierten Spiegeln ist schlicht schön und wird durch seine Besucher bunt genug: der Werber Rudi Kobza hat die Bar im Vorübergehen entdeckt und der Finanzinvestor Michael Tojner wird wohl nicht (nur) auf fact finding mission für seine Bar im Hotel Intercontinental sein.

Naschmarkt, Mariahilferstraße, die Akademie der Bildenden Künste sind nicht weit weg und je später der Abend, umso jünger werden die Gäste. Zur Geisterstunde beginnt sich das Etablissement langsam zu leeren, allerdings nicht in Richtung der immer noch bestehenden Hinterzimmer des ehemaligen Puffs, das seit Mitte November jetzt anderen Vergnüglichkeiten dient (und ganz früher einmal ein kleines Kaffeehaus war).

 

 

 

 

 

Vermutlich ziehen die Youngsters weiter in irgendeinen Club um das Tanzbein zu schwingen. Der Rest des angenehm gemischten Publikums wir sich’s hier gemütlich machen, Berührungsängste sind unangebracht. Es ist zwar chic und die eine oder andere Pailletten-Rockträgerin verirrt sich schon hierher, aber es gibt auch sehr nette Menschen aus der Nachbarschaft, die an der Theke in Ruhe ihr Bier trinken und plaudern wollen (0,5l offen, aus einer kleinen Münchner Brauerei für Euro 3,90, anständig gezapft in ungewöhnlichen, aber angenehmen Gläsern serviert).

Die Musikauswahl im Puff war übrigens durchaus gelungen in der Samstagnacht unseres Lokalaugenscheins, die Erdnüsse frisch geröstet und noch warm, einzigartig im Geschmack, unbedingt probieren! Die Preise der Cocktails sind absolut unterdurchschnittlich (Highballs auf der Karte ab Euro 6,50; Extrawünsche kosten mehr). Die Qualität, die die beiden kommunikativen Profi-Bartender bieten, passt – die Gimlet Maschine auf der Bar ließ mich Übles vermuten. Fast geschenkt ist im Puff der Prosecco mit Euro 2,30 pro Glas.
Er war köstlich, aber irgendwie hatte ich Kopfschmerzen am nächsten Tag.

Für das erste, zweite und dritte Date bestens geeignet, zum Treffen mit Freunden oder als Stammlokal für die Menschen aus dem Grätzel tauglich, zum schnell auf einen Drink vorbeischauen ebenso ideal wie zum „Versumpern“.

 
Die Petflaschenlampe wurde heftig diskutiert bei unserem Besuch im Puff.Die Spirituosen sind gekonnt inszeniert.Puff - Die BarLogo

 

 

 

 

 

 

 

Puff – Die Bar

Girardigasse 10, 1060 Wien
Tel.: 0660 / 499 8622 – Gerald Hammerschmid und 0699 / 101 70259 – Martin Mundigler
E-mail: office@puff-bar.at
website: http://puff-bar.at/

Öffnungszeiten: Mo bis Do 16.00 – 2.00 Uhr, Fr und Sa 16.00 – 4.00 Uhr, So und Fei geschlossen
Raucherlokal; großzügige, aber unbetreute Garderobe; auch die Toiletten sind chic, bräuchten aber mehr Wartung.

 

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4 comments

  1. Karin Trinkl

    Habs schon beim ersten Satz vom Facebook-Post gewusst…so kannst nur du es beschreiben.
    Chapeau!

    • club

      danke für den hut, liebe karin! ;-)
      da gehen wir nächsten mal zusammen hin, ins puff…!

  2. es ist ein bißchen wie Urlaub, abschalten & eintauchen in eine neue Welt. Die Inneneinrichtung ist total bezaubernd und das Service sehr nett!!!

  3. club

    passt sicher gut für heute abend
    nach dem allgemeinen kauf-rausch einen echten vermeiden und im puff genießen.