Bloom, 1. Stock, "Zimmer mit Aussicht"Es ist noch nicht voll erblüht, das Bloom.
Das kann daran liegen, dass es mit seinem „Geburtsdatum“ 22.11.2012 ja noch ein zartes Pflänzchen ist, diese Tagesbar, diese Cafébar, diese Lounge und dieses Restaurant im Hotel Lamée – vier in einem, alles wie „aus dem Schachterl“.

Pia und ich waren zuerst rechts im gläsernen, durch-und einsichtigen Kubus, der wohl eine Art Schnellkaffee auf hohem Niveau sein soll, in der Cafébar im Ergeschoss. Das Interieur ist ebenso ansprechend wie trickreich: die Schwingtür zur Vitrine mit den kreativen Snacks ist für die Angestellten eine Herausforderung; die hohen, lehnenlosen Hocker für die Gäste erfordern zentriertes Sitzen, sonst droht der Absturz. Der beste Platz ist zweifelsohne an der Wand entlang gleich neben der Theke. Hierher kommt man nicht um zu bleiben.

Obwohl, das von BEHF (fabios, Unger und Klein im Hochhaus,…) gestaltete Bloom hat den bezaubernden Chic der 1930er Jahre: Makasser- und Rosenholz spielen an den getäfelten Wänden mit Form und Farbe, die Böden sind überall aus dunkelbraunem Marmor, die Stoffe der Sitzmöbel bewegen sich zwischen erdigem Grün und elegantem Creme. Angenehm für’s Auge auch der Stiegenaufgang und die schönen Toiletten: man fühlt sich in einem Film von Wong ka Wei.

Im Erdgeschoss links ist man gut aufgehoben für einen schnellen Drink, wenn man schon – oder wieder –  frühmorgens Alkohol verträgt; feines Angebot an Schnäpsen. Rechts eignet sich für einen belebenden Imbiss oder ein Businessmeeting unter Menschen, die keine Geheimnisträger sind: intim ist es hier nicht.

Das Essen des aufstrebenden Kochs Valentin Siglreihtmaier in der Vitrine sieht köstlich aus. So wie im Hotel Topazz ist vieles im Glas angerichtet und geschichtet, kreativ, mit regionalen und saisonalen Bezüge. Leider muss man sich das Essen selbst holen und sofort bezahlen. Da ist uns schlicht und einfach in der Sekunde der Appetit vergangen. Das Service war freundlich distanziert und sowohl hinter der Theke als auch in Gastraum selbst nicht durchgehend anwesend. So allein gelassen haben wir uns im 2. Stock umgesehen.

die Bar im Bloomdie Lounge im 1. Stockdie Vitrine in der Cafebar im Ergeschoss wird neu bestücktim Untergeschoss des Bloom

 

 

 

 

 

 

Entzückend die „Brücke“ zwischen Lounge und Restaurant: jeweils zwei Fauteuils mit Tischchen und Ausblick für ein gelungenes tête-à-tête. Der Loungebereich links wirkt gemütlich und zeitlos elegant. Sehr große Menschen werden sich hier beengt fühlen, diskrete Gespräche sind auf Grund der engen Bestuhlung schwer vorstellbar. Die kulinarischen Kleinigkeiten bleiben alle unter Euro 10,00.
Ich muss an das schönste Puppenhaus der Welt denken, aber Ambiente und Service im 2. Stock sind absolut einladend für eine kurze Weltflucht.

Am besten gelungen ist das Restaurant. Hier mag man verweilen. Die köstlichen Teemischungen des Hauses sollte man sich unbedingt gönnen: der Holunderblütentee (Euro 4,90) schmeckt traumhaft. Den Rest werden wir in einer Weile verifizieren. (Eine neue Küche kurz nach dem Start zu besuchen hat uns bisher selten ein aussagekräftiges Testergebnis gebracht, die Mannschaft darf sich ruhig noch ein wenig einspielen.)

Insgesamt ein spannender neuer Platz in der Innenstadt, dessen Entwicklung wir auf alle Fälle beobachten werden.
Für Neugierige.

 

die Bar des Bloom

Stoffmuster im Bloom

Stiegenaufgang im BloomRestaurant Bloom

 

 

 

 

 

 

Café Bar Bloom im Hotel Lamée

Rotenturmstraße 15, 1010 Wien
Tel.: 01/532 22 44
E-mail: reservierung@cafebarbloom.at
website: www.cafebarbloom.com

Öffnungszeiten: Mo bis Sa 8.30 – 24.00 Uhr
Warme Küche: 12.00 – 14.00 und 18.00 – 22.00 Uhr

Preise: VS € 3,90 – 9,90, HS €4,90 – 9,90
Nichtraucherlokal

 

 

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