Art. Garnelen aus Bayern - kekinwien.at

UPDATE 2017.
Das Art hat endgültig geschlossen.

UPDATE Juli 2016:
Das Art hat nach wenigen Wochen das Handtuch geworfen. Nicht ganz, aber doch. Das geniale Food- and Cocktail-Pairing Konzept ist Geschichte. Es gibt jetzt gehobene Mainstreamküche zu eben solchen Preisen. Sehr schade.

Gibt es in Wien mit dem Art Dinner Club einen neuen Hotspot?

Man wird sehen. Nach dem Kitch hat seit 24. Mai 2016 nun auch der Art Dinner Club offiziell geöffnet. Pizza gibt es ja schon länger, jetzt kommt also Fine Dining und Dancing dazu. Wir waren schon da.

Das Konzept ist ambitioniert und tatsächlich neu – in Wien.
Man will internationales Niveau bieten: auf den Tellern, in den Gläsern, bei Musik, Ambiente und bei der Kunst an den Wänden (Kogler und Nitsch oben, Streetart im Club unten).
Fesch!

 

Blick auf die Bar gleich beim Eingang ins Restaurant, Foto (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Blick auf die Bar gleich beim Eingang ins Restaurant, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

 

„Foodpairing“. Schon mal gehört?

Als Foodpairing bezeichnet man einen 2007 aufgetretenen Trend, bei dem Lebensmittel mit ähnliche Aromen kombiniert werden. Ursprünglich für Bartender entwickelt nutzen immer mehr Köche die app mit mehr als Hundert sogenannten Aromabäumen, die mögliche Kombinationen aufzeigen. Die Methode kann auch beim Kreieren eines Gerichts plus stimmigem Cocktail angewendet werden:  Food- & Cocktailpairing. Also keine Weinbegleitung, sondern eine Drinkbegleitung. Da muss man einiges drauf haben als Barkeeper, um so etwas hinzukriegen.

 

Foodpairing. Bild (c) mixology.eu

Foodpairing. Bild (c) mixology.eu

 

Der junge Barchef Philipp M. Ernst, unter anderem als World Class Bartender 2015 ausgezeichnet, traut es sich zu Recht zu. Der Mann brennt für das, was er tut, und hat auch die nötige Expertise. Man darf sich freuen, dass er nach Wien gekommen ist, um zu bleiben.

Für zehn der rund zwanzig Gerichte auf der Speisekarte gibt es die Möglichkeit den zum Gericht passend designten Cocktail zu ordern (12,50 – 14,50 Euro). Klassische Drinks (Euro 11,50) gibt es natürlich auch, wenngleich keine auf der Karte stehen, aber das Team mit Isabella Lombardo an Board hat alle drauf. Gearbeitet wird mit Premium Spirits, hausgemachten Sirupen, hohem Anspruch und viel Experimentierfreude.

Eine schöne Weinkarte mit  Ausflügen zu den Naked Wines von Weinskandal ergänzt das Sortiment. Aber keine Panik, für die Jeunesse dorée et al hat man natürlich auch genügend Veuve Clicquot und Moët & Chandon vorrätig. Wir fanden ja den Hauschampagner recht vergnüglich: Lasseaux & Fils um Euro 65,- die Flasche, exklusiv in Wien im #artdinnerclub.

 

Serenade Punch, Foto (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Serenade Punch, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwien.at


Im Art Dinner Club serviert man „Zwischengerichtportionen“.

Klingt sperrig, ist es aber nicht. Das kulinarische Konzept darf man sich so vorstellen, dass die Gerichte wirken wie sonst bei einem Degustationsmenü, aber gespeist wird à la carte. Ja, die Teller sind nicht gerade übervoll, aber das, was drauf liegt, kann schon was. Wer eine winzige Geldbörse eingesteckt hat, wird aber möglicherweise hungrig bleiben, denn die Preise liegen pro Gericht voraussichtlich zwischen ca. 14,00 und 20,00 Euro. Dafür bleibt das obligatorische Steak mit Euro 27,00 deutlich unter der magischen 30 Euro-Schwelle.

Beim Chefs Table für Blogger u.a. mit dem wunderbaren Stepford Husband und den ebensolchen Tischdamen Marie von der Insiderei und Sonja von der Tasterei wurden wir wie folgt verköstigt:

  • Aperitif: Serenade Punch.
    Der Tanqueray Ten wird von den Fruchtaromen schön eingehüllt, eine runde Sache. Obenauf Grand Marnier Schäumchen und Muskatnuss. Gelungen. Unten im wirklich coolen Club mit zwei Bars und Chillout Zone, in der man auch von der Speisekarte des Restaurants bestellen kann, gibt’s einen riesen Punchtopf für den Tisch um Euro 125,-. Die Flasche Vodka mit Red Bull ist ohnehin schon fade.
  • Amuse-Gueule: Ein einzelnes Pommes Frites mit Malzessig und Salz. Dazu ein Sherry, nämlich ein Fino von Equipo Navazos, mit dem wir in der Nase glücklicher waren als am Gaumen. Vielleicht hat der seinen Zenit schon gesehen. Insgesamt aber witzig und eine Ausnahme, denn sonst ist hier alles Low Carb!
  • Die folgenden Bilder sagen mehr als tausend Worte.
    Wobei die Garnelen aus Bayrischer Süßwasser-Aquakultur (!) mit Lammprosciutto und Variation von dreierlei Erbsen der 2.Gang waren (und ganz oben zu sehen sind).

 

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1. Gang: Jakobsmuscheln, Hopfenspargel, Spargelcreme, Passionsfruchtkerne. Dazu der Cocktail „Munich Girls: Erdbeere, Chilli, Campari und Ketek One Vodka. Perfekte Kombination: Erdbeer und Spargel. Eh klar.

3. Gang: Tatar vom Charolais Beef, Hühnerleber, schwarzer Knoblauch, Brennessel: Unser Favorit! Dazu der Drink "From Smoke To Smother" aus Jinzu, Verjus, Verbene und Lagavulin. Perfekte Synergie!

3. Gang: Tatar vom Charolais Beef, Hühnerleber, schwarzer Knoblauch, Brennessel: Unser Favorit! Dazu der Drink „From Smoke To Smother“ aus Jinzu, Verjus, Verbene und Lagavulin. Perfekte Synergie!

4. Gang: Stubenkücken aufgepeppt mit Cracker aus Nori, Buchweizenfond, Kichererbsen und Eukalyptus. Und Schneewitchen, wenn ich nicht irre. Dazu ein Clos du Tue-Boeuf Cheverny Rouillon 2014.

4. Gang: Stubenkücken aufgepeppt mit Cracker aus Nori, Buchweizenfond, Kichererbsen und Eukalyptus. Und Schneewitchen, wenn ich nicht irre. Dazu ein Clos du Tue-Boeuf Cheverny Rouillon 2014.

abgeflämmt. Sieht vielleicht nicht spektakulär aus, schmeckt aber so. Dazu Hauschampagner.

Dessert: Crema Catalana mit Erdbeeren, Salatgurke, Nuss, abgeflämmt. Sieht vielleicht nicht spektakulär aus, schmeckt aber so. Dazu Hauschampagner.

 

In der Küche ist Sebastian Müller am Werk.

Geneigten Gaumen wird seine Handschrift aus dem Palais Coburg oder vom Hanner in Mayerling ein Begriff sein, das ja leider Geschichte ist mittlerweile. Er darf sich im Restaurant ganz low carb mit den besten Zutaten austoben, wobei Michelinsterne gar nicht das Ziel sind, sondern richtig „gutes Essen.“ wie sich einer der Gesellschafter des Gastroimperiums Roman Dorn bescheiden gibt. Aber die beste Restaurantbar 2016 will man schon werden und die beste Clubbar 2017 …

 

Eine von zwei Bars im Club, Foto (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Eine von zwei Bars im Club, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

 

Das Unternehmen ist gänzlich privat finanziert, und weil es mit der einen oder anderen Genehmigung doch dauerte, bezahlte man die Topleute einfach über zwei Jahre lang durch, obwohl die Lokale gar nicht geöffnet hatten.

Roman Dorn ist übrigens auch für die gesamte Einrichtung verantwortlich. An dem Mann ist ein Interior Designer verloren gegangen! Blickt man um sich, war wohl genügend Kapital vorhanden. Da kann man sich Zitate aus dem Jugenstil von Otto Wagner nicht nur wünschen, sondern auch verwirklichen.

 

Art Dinner Club auf fb, Bild (c) Studiomato

Art Dinner Club auf fb, Bild (c) Studiomato

 

Grauer Beton, grasgrüner Samt, spiegelnde Flächen dort und da. „Ich habe alles selber zusammengestellt, weil keiner das Konzept verstanden hat. Ich wolle ein Ambiente, dass vor zehn Jahren und in zehn Jahren gleichermaßen aktuell war bzw. ist.“ (Dorn) Zeitlose Eleganz nennt man das wohl. Die Raumaufteilung im Restaurant ist sehr großzügig. Man überblickt alles gut als Gast, fühlt sich aber gleichzeitig geschützt. Die bequemen Stühle in hellgrauem Kuschelsamt erinnern mich irgendwie an das Fabios.

Das Kitch war übrigens früher das „Castillo“ (später „Bar Wien“), falls sich jemand fragt. Mein Herz hat geblutet, als man zusperrte und die wunderschöne Bar zerstörte. Und was war vor dem Art Dinner Club ? Richtig! Das Maria’s Cantina & das Maria’s Roses.
Jetzt darf also wieder getanzt werden. Durchaus aus Freude!

 

Kaffee von Alt Wien. Schön war's im Art Dinner Club, Foto (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Kaffee von Alt Wien. Schön war’s im Art Dinner Club, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

 

 

Art Dinner Club

Restaurant – Club – Bar

Falkestraße 5, 1010 Wien
Tel.: +43 664 4628545 und +43 1 5120560
web: www.artdinnerclub.com

Öffnungszeiten:

  • Restaurant: Di bis Sa 18.00 -24.00 (Küche)
  • Bar: Di bis Sa 18.00 – 2.00 Uhr
  • Club: Fr und Sa 22.00 – 6.00 Uhr

Das Restaurant hat 65 Plätze, der Schanigarten in der Flankengasse ist in Planung; Nichtraucher.
Geschäftsführer:  Ibrahim Tosun
Musikkonzept: R&B, Hip Hop, Vocal House, … 110 Dezibel sind möglich!
Unten im Club ist Platz für 350 Personen gleichzeitig, zwei Bars, schwarze Discokugeln, ein sehr edles DJ Pult wie aus dem UFO und einen schönen Humidor. Der Raum ist teilbar und mietbar.
VIP Eingang zum Club via Kitch – die Lokale sind unterirdisch verbunden.
(Von 1. bis 31. August 2016 ist wegen Sommerpause geschlossen.)

 

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