Kiang Wine & Dine - kekinwien.at

Joseph Kiang hat seit September 2015 sein adäquates Lokal im Servitenviertel. Chinesische Tapas: 出类拔萃! 

Wir wollten essen gehen. Einfach so. Drei keke AutorInnen. In ein Wiener Lokal, in dem keine von uns vorher jemals war. Manchmal ist man schon dankbar, wenn man einen Termin findet, an dem alle Beteiligten an einen Tisch zu bringen sind, da wird die Frage, wo dieser steht, dann fast zweitrangig. Aber nur fast.
Die ultimative Expertin in Sachen Markt mir hat auch ganz schön viel Ahnung von der Asiatischen Küche und schlug das Kiang Wine & Dine vor. Ihr und den Göttern sei Dank!

links  Bang Bang Huhn, rechts Kalbsleber im Kiang Wine and Dine, Foto (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

links Bang Bang Huhn, rechts Kalbsleber im Kiang Wine and Dine, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwien.at

 

Das Lokal ist gut doppelt so groß wie die letzte Station der Familie Kiang am Yppenplatz. Und viel schöner.
Rechts eine von Weinflaschen gezierte Bar mit vier Hockern, links wenige, kleine graue Holztische, weiße Wände, ein paar gelbe Akzente, fertig. Wirkt japanisch und sagt aus, dass hier chinesisch ohne „Glutamatattacken“ gekocht wird.

Es gibt Durch- und Einblicke in die Küche, was ich immer sympathisch finde, und hinten einen Raum mit einem einzigen, eingebauten Tisch für acht Personen oder für zehn, die einander mögen. Das alles führt unmittelbar zu:

Jiaozi und Xianbing im Kiang Wine and Dine, Foto (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Jiaozi und Xianbing im Kiang Wine and Dine, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwien.at


Tipp 1: Unbedingt reservieren im Kiang Wine and Dine bitte!

Auf der Speisekarte reist man um die Welt. Fusion? Schon.  Aber ebenso sehr traditionell chinesisch. Die Karte ist für uns Langnasen in verschiedene Rubriken unterteilt:

  • Fisch & Meeresfrüche
  • Challenging
  • Teigwaren
  • Tapas

Ein netter Zug, das mit „sehr scharf“ ist allerdings übertrieben, denn die Küche ist unserer höheren Sensibilität gegenüber Scharfstoffen angepasst. Die Portionen sind so gehalten wie im punks oder in einem Tapas Lokal. Für den kleinen Hunger reichen zwei Gerichte, bei drei ist man angenehm satt, aber mehr sind auf alle Fälle ein Vergnügen. Für bescheidene Zurückhaltung ist das einfach der falsche Ort.

Oktopussalat, Kiang Wine and Dine, Foto (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

Oktopussalat, Kiang Wine and Dine, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwien.at


Tipp 2: Unbedingt etwas von der Tageskarte des Kiang Wine and Dine bestellen!

Wir taten das mit der Kalbsleber (Euro 8,80). Die bestellen ich das nächste Mal, wenn es sie wieder gibt, ganz für mich allein. Sie schmilzt so zart auf der Zunge!  Ansonsten ist hier Teilen und Kosten die beste Strategie. Wir hatten u.a. folgende Gerichte auf sehr hübschen Geschirr:

  • Der Mapo Tofu (Euro 6,80) ist ganz typisch zubereitet laut unserer Expertin, seidig und trotzdem in Bestform, sehr schöne Konsistenz, gar nicht so scharf wie angekündigt und wirklich gut.
  • Das Chinesische Fladenbrot mit Lardo (Euro 3,00) erinnert daran, dass Fett ein herrlicher Geschmacksträger ist, und kann einfach dazu bestellt werden, auch falls man eine Sauce auftunken muss.
  • Die Teigtaschen (Jiaozi um Euro 6,20) gibt es mit Gemüse oder Fleisch befüllt: Wunderbar dünn und geschmeidig der Teig, nicht bockig und geschmacklos wie man ihn leider schon woanders kosten musste. Die Unterseite ist angebraten, das liebe ich.
  • Das hundertjährige Ei ist bei anderen ein tausendjähriges. Das muss man mal gegessen haben. Der Dotter grün und cremig, das Eiweiß eine bernsteinfarbene Gelatine und gut geeignet um die Aromen der säuerlichen Sauce aufzunehmen (Euro 3,00).
  • Das Bang Bang Huhn ist etwas für den europäischen Gaumen, der es mild liebt und passt gut an den Anfang einer Speisenfolge. (Euro 5,20)
  • Die Ährenfischchen sind winzig, knusprig und wären in perfekter Snack abends zuhause zu einem Glas Weißwein beim Schreiben. Aber sie hier in die Limetten-Wasabisauce einzutauchen, ist auch verdammt gut (Euro 5,20).
  • Der gesottene lauwarme Octopus ist mit Rucola und Tomaten fusioniert und man freut sich auf den Sommer (Euro 7,80)
das "Hinterzimmer" bei der Küche im Kiang Wine and Dine, Foto (c) Andrea Pickl - kekinwien.at

das „Hinterzimmer“ bei der Küche im Kiang Wine and Dine, Foto (c)  Andrea Pickl – kekinwien.at

Tipp 3: Unbedingt experimentierfreudige FreundInnen zum Essen mitbringen!

Weil über die Schweinsohren, Kutteln oder Hühnerherzen traut man sich sonst vielleicht nicht, was schade ist. Die Karte huldigt auch den Innereien, aber wer lieber ihm Vertrautes essen mag, wird im Kiang genau so glücklich werden.  Die Wan Tan gelten übrigens als die besten der Stadt.
Man könnte dann zum Beispiel ab vier Personen „Aus er Mitte des Tisches“ (zwei Tage im voraus) bestellen: ein Überraschungsmenü.

Tipp 4: Wein dazu!

Habe ich schon erwähnt, dass Joseph Kiang ein großer Weinkenner und wohl auch Sammler ist? Man schenkt hier Wunderbares und Außergewöhnliches zu sehr fairen Preisen aus. Hat man Platz genommen, kommt sofort einen große Karaffe mit Leitungswassern samt Gläsern. Ein Gasthaus und kein Wirtshaus … Wir hatten Loimer / Am Manhartsberg / 2013 / Achterl für Euro 4,00, Stefan Bauer / Roter Veltliner / 2014 / Euro 3,60, Wagner / 2014/  Euro 3,80 und Biegler / Rotgipfler / 2014 / Euro 3,60.

Fazit: Man freut sich auf den Schanigarten, ist dankbar für das nette Service und den bezaubernden Abend und weiß, dass man wieder kommen wird.

Kiang Wine and Dine, Foto (c) Andrea Pickl - kekinwein.at

Kiang Wine and Dine, Foto (c) Andrea Pickl – kekinwein.at

 

Kian Wine and Dine

Grünentorgasse 19, 1090 Wien
Tel.: +43 664 515 36 33
web: www.facebook.com/kiangwinebar
Öffnungszeiten: Di bis Sa 17.00 – 24.00 Uhr, Küche bis 22.00 Uhr
Nichtraucherlokal, Schanigarten für gut 20 Personen

 

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