das Engel in der Großen Pfarrgasse 5: himmlisch.Wir folgten ihr wie die Kinder dem Rattenfänger von Hameln: Una Abraham.
Nur, dass die Sache für uns im Gegensatz zu den Kindern immer höchst vergnüglich ausgegangen ist.
Endlich, endlich hat die mir liebste aller Köchinnen seit 15.2.2013 wieder ein eigenes Wirtshaus: das Engel.
Fazit? Großartig.

Als ich bei einer Recherche im Netz auf einen Hinweis von Florian Holzer stieß, dass „die Una“ wieder kocht, rief ich ganz aufgeregt kegg an. Und weil damals weder Telefonnummer noch website zu eruieren waren, bin ich zum Reservieren einfach hingefahren in die Große Pfarrgasse 5. So dringend war’s.

„Eine Bar, in der es halt auch etwas zu essen gibt“, ist das Konzept des Engel laut Abraham: das Understatement des Jahrhunderts!
Zusammen mit Carsten Philippi, den manche noch vom Engländer oder dem ersten Una im MQ kennen werden, hat die beste aller Köchinnen ganz ohne Architekt, aber mit viel Geschmack ein zeitlos schönes Gasthaus geschaffen. Epoxyharzboden mit Goldkonfetti, Lichtobjekte, einen alte Apothekeneinrichtung aus Bad Gastein als Bar, einen kleine Faema, eine rosafarbene Küche mit Durchreiche zum Gastraum, zwanzig Plätze an zwei Tischen im Nichtraucherbereich, etwa acht im „roten Salon“ an einem Tisch für Raucher, Sammlerstücke aus den 1960er Jahren als Aschenbecher, unprätentiöse Schönheit, wohin man schaut.
Stammlokal. Schon vor den ersten Bissen.

Das Essen? Wie immer. Einfach gut, gut einfach.
Ich habe mir zum Beispiel die Blunzn gegönnt. Wer mich kennt: ein seltenes Vergnügen. kegg auch, der aber öfter.
Davor gab’s Ziegenfrischkäse, frisches Brot, Gänseleber, zum Kaffee und Tee kamen auch Florentiner, das Fleur de Sel und der richtige Pfeffer stehen auf den Tischen. Sol-Ei (Euro 3,00) esse ich nächstes Mal. Die Speisekarte (als Heft konzipiert) wechselt oft und man kann zurückblättern zu den vergangenen Leckereien, auch das charmant. Die geschmorten Kalbsbackerl mit Zitronenthymian Polenta (Euro 18,00) müssen jedenfalls bald sein und das Cassismousse mit Amarettini (Euro 7,00 ) auch. Oder doch der Käseteller mit Rotweinquitten und schwarzen Nüssen (Euro 12,00)? Dass Bier und Wein passen, versteht sich fast von selbst. Vorsicht nur beim Gemischten Satz, der ist hier nicht jedermanns Sache.

Das Service war hervorragend und die anderen Gäste auch alle beglückt und wohl ebenso schon lange Jahre der Köchin verfallen.
Wir haben jedenfalls sofort einen Tisch für Montag bestellt.

Für Genießer.

Ziegenfrischkäse-Basilikum-Terrine mit marinierten Pilzen, Euro 8,00Entenleberpate mit grünem Pfeffer um Euro 8,00Gebratene Blutwurst mit Himmel und Erde um Euro 14,00Kaffee und Süßes im Engel

 

 

 

 

 

 

Blick vom Rauchertisch in den Hauptraumder Eingang zur KücheSpieglein, Spieglein an der Wand...Blick auf die Bar; gäbe es Barhocker, könnte man "versumpern"...

 

 

 

 

 

 

 

Engel

Große Pfarrgasse 5, 1020 Wien
Tel.: 01/212 78 94
website: www.dasengel.at

Öffnungszeiten: Mo bis Fr 16.00 – 1.00 Uhr, Sa 10.00 – 15.00 Uhr
Raucherbereich an der Bar und im Extrazimmer die Stufen aufwärts; im Sommer wird es eventuell einen Schanigarten geben, die raumhohen Fenster lassen sich in jedem Fall ganz öffnen.

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