Wir wollen Frühling!
Auch die wärmeren Märztage bringen noch nicht viel mehr als die ersten Bärlauchspitzen, und die Gemüsekulturen unserer Nachbarländern sind ebenfalls noch wenig ergiebig. Der ökologische Fußabdruck von heimischem Obst und Gemüse ist März bis Mai gar nicht so klein wie erfreulicherweise im Rest des Jahres. Das verursacht das immer noch nötige Beheizen der Gewächshäuser oder der Energieaufwand zur langen Lagerung bei richtigen Temperaturen.
Weil wir uns gerade jetzt nach Sonne und Wärme sehnen, können wir diesen Gelüsten mit Südfrüchten nachgehen. Wenn wir schon Lebensmittel konsumieren müssen, die von anderen Kontinenten kommen, dann doch am besten, wenn wir sie als ‘Lückenbüßer’ brauchen.
Im Idealfall kauft man Südfrüchte natürlich in Bio- und Fairtrade Qualität. Fast 99 Prozent des Absatzes von Fairtrade Südfrüchten macht die Bio Banane aus, sonst findet man hier außer Ananas leider nicht mehr viel.
Die Banane ist uns heute so vertraut wie der Apfel. Weiß aber auch jeder, dass eine Banane neben einem Apfel liegend dessen Reifung (wie das von vielem Obst) beschleunigt?
Anders als die ‘Desertbananen’ kann man ‘Kochbananen’ nicht roh essen. Sie werden vor allem gebraten, frittiert oder gedämpft.
Die Ananas reift nach der Ernte nicht nach, darum ist es entscheidend eine reife Frucht zu kaufen. Die Farbe sagt kaum etwas aus. Man erkennt die Reife daran, dass das Fruchtfleisch bei einem leichten Fingerdruck nachgibt, sowie wenn man die Blätter leicht aus dem Schopf herauszupfen kann. Zudem duftet eine reife Ananas so gut, wie sie dann auch schmeckt.
Bei einer Kokosnuss dagegen sollte man unbedingt den „Schütteltest“ durchzuführen. Im Inneren muss das Kokoswasser hörbar sein. Gluckert’s nicht, kann man davon ausgehen, dass die Frucht ausgetrocknet und somit alt und verdorben ist.
Banane, Ananas und Kokosnuss verzaubern Huhn und Reis zu herrlichen Gerichten.
Gebratene Annanas schmeckt aber auch unerwartet köstlich mit rohem Sauerkraut.
Avocados, obwohl wir sie meist sauer als Brotaufstrich oder Guacamole essen, gehören zum Obst. Sie machen sich auch gut in Salaten, Obstsalaten und passen besonders fein zu Grapefruits.
Karambole, die gelben Sternfrüchte, kommen das ganze Jahr über aus Malaysia. Man verwendet sie roh um Desserts zu dekorieren, die Sterne sind aber auch nett in Salaten.
Bei manchen Früchten wie der Papaya oder Ananas wird durch ein eiweißspaltendes Enzym Fleisch, das man mit der Frucht einlegt, weicher. Zum anderen bewirkt dieses, dass Gelatine nicht erstarrt. Auch die Kerne der Papaya sind essbar. Sie haben einen scharfen Geschmack, der an Kapuzinerkresse erinnert.
Unreife Papayas lassen sich, wie auch harte Mangos, besser für Chutneys und Salate verwenden als reife. Die intensive Süße der reifen Exemplare schmeckt besser als Nachspeise. Soll die Papaya noch nachreifen, muss die Schale beim Kauf gelbliche Streifen oder Flecken haben. Die Reife kann man nicht nur an der gelben oder roten Farbe erkennen: je leichter sie sich eindrücken lässt, desto reifer ist die Frucht.
Die Kiwano gehört zur Gattung der Gurken und wird auch Horngurke genannt, weil die nicht essbare Schale kleine Hörnchen hat. Kiwanos werden meist unreif gepflückt und reifen über mehrere Wochen hinweg nach. Deshalb lassen sie sich an einem kühlen, trockenen Ort über Monate aufbewahren. Soweit ich weiß, soll man sie wie alle Südfrüchte nicht in den Kühlschrank geben, solche Temperaturen kennen und mögen die Exoten nicht. Verfärbt sich die Schale gelb, ist die Kiwano reif zum Verzehr. Sie schmeckt im Joghurt, passt aber auch leicht gesalzen zu Fisch.
Eine andere Frucht, die Kiwi, mit der viele Neuseeland assozieren, hat ihren Saisonbeginn erst im April. In guten Lagen wächst sie aber auch in österreichischen Hausgärten und trägt dann im Herbst besonders süße Früchte.
Die Maracujas sind die Früchte einer Passionsblume. Bereits eine Woche nach der Ernte der Früchte beginnt die Fruchtschale zu schrumpeln. Das ist aber kein Zeichen für die Einbuße der Qualität. Die Maracuja wird wie die Kiwano aus der Schale gelöffelt und eignet sich auch sehr gut als ‘Dressing’ an einem Obstsalat. Es gibt über 400 verschiedene Arten der Passiflora, eine rankende Pflanze mit wunderschönen Blüten, der die Winter bei uns zu kalt sind.
Diese und viele andere Südfrüchte findet man in großer Auswahl auf dem Naschmarkt, oder etwa an den Ständen, die auf dem Karmelitermarkt die ganze Woche geöffnet haben.
Bis dann der Sommer auch bei uns süße Früchte bringt, sind sie nicht zuletzt ein gesunder Trost.
mir
Dass jetzt nichts Essbares bei uns wächst liegt vor allem daran, dass vieles einfach nicht angebaut wird, weil es angebliche keine Nachfrage danach gibt. Zahlreiches Gemüse ist einfach aus der Mode und drum wissen die meisten nichts damit an zu fangen. Was es auch jetzt im verlängerten späten Winter verlockendes gäbe kann man am Freitag beim Ochsenherzstand am Naschmarkt nähe Kettenbrückengasse betrachten – aber nur mitnehmen wenn man Mitglied ist. Z.B.: Knollenzist, Steckrüben und Grünzeug, dass ich noch nie gesehen geschweige denn gekostet habe.
Noch ein Versuch des Trostes: Ein langer Winter bringt oft besonders gute Obst-Ernten, erzählt man uns im tröstlichen Ö1. Und das muß ja heißen besonders freundliche Sommerzeit und einen guten Herbst!
club
vielleicht sollte man alte obst-und gemüsesorten in die lehrpläne aufnehmen …
und auch dieses jahr wird der frühling kommen, auch wenn man sich das einfach nicht mehr vorstellen kann.
mischa reska
Schau, schau die Kiwano/Horngurke heißt bei Arche Noah afrikanische Stachelgurke und man kann ebendort die Samen bestellen und sie im eigen Garten anbauen! Nix da mit nur weit ab von Österreich wachsend, ist nur den meisten zu exotisch um sich über die Anzucht drüberzutrauen. Doch auch hier kann die Obst/Gemüsewelt bunt sein!